Adolf Friedemann: „Kinder wachsen in Gruppen auf. Sie lernen und spielen in Gruppen.“ Gruppentherapie ist für Kinder und Jugendliche besonders geeignet, weil sie durch ihren Alltag sehr gruppen- und Peergrouperfahren sind und ihnen das Setting weitaus vertrauter ist als das gezielte Zweiergespräch.

Störungsspezifische geschlossene Gruppentherapien 

Die Gruppe beginnt die Behandlung gemeinsam und durchläuft sie bis zum Ende, ohne das neue Teilnehmer hinzukommen oder vorzeitig aussteigen. Es ist ein in sich abgeschlossenes Behandlungskonzept, an dem ausschließlich Patienten mit ähnlicher Symptomatik und Diagnose teilnehmen.

Sie beinhalten folgende übergeordnete Behandlungsziele:

Entwicklungsförderung

Hier geht es um die Stärkung der psychischen Stabilität z.B. in Umbruchphasen wie Adoleszenz und Pubertät wo es um die Ablösung vom Elternhaus geht, erste Partnerschaft, Sexualität, Schul- und Arbeitsentwicklung.


Heilung

Diese wird bei psychischer Erkrankung eingesetzt. Hier betrifft es vor allem die Psychosomatik also Essstörungen, Enuresis, Hauterkrankungen und psychiatrische Störungen z.B. Ängste. Phobien, Zwangszustände, Depression, Sucht, Persönlichkeitsstörungen.

Ziele der Gruppentherapie mit Kindern und Jugendlichen

  • Problemlösung, d.h. Linderung der Symptomatik,

  • Problemeinpassung, das sind die Copingstrategien, die entwickelt werden sollen und

  • die Förderung/ Training sozialer Kompetenzen.

Problemlösung und –einpassung wird störungs-, methoden- und einzelfallorientiert angegangen. Bei der Förderung/Training sozialer Kompetenzen wird konflikt-, beziehungs- und interaktionsorientiert vorgegangen.

Parallel zur Gruppentherapie werden begleitende Therapiesitzungen für Eltern und Bezugspersonen durchgeführt.


Die offenen Gruppentherapien sind themenzentriert und Bestandteil einer Kombinationsbehandlung von Einzel- und Gruppentherapien. Offene Gruppe bedeutet, dass Patienten jederzeit hinzukommen oder die Gruppe verlassen. Das Thema der Gruppe ist festgelegt und darauf ausgelegt, dass jederzeit Patienten mit entsprechendem Behandlungsziel aus dem Behandlungsplan für Kombinationsbehandlungen aufgenommen werden können.
Übergeordnete Ziele sind:
  • Psychoedukation - Aufklärung und Informationsvermittlung
  • Fertigkeitentraining
  • Entwicklungsförderung im emotional-sozialen Bereich