Emotionsfokussierten Therapie

Ziel der Emotionsfokussierten Therapie ist es, Menschen zu helfen, Zugang zu adaptiven Emotionen und korrespondierenden resilienten Selbstorganisationen zu erlangen. Dysfunktionale Selbstorganisationen, die auf lebensgeschichtlich erworbenen, aktivierten maladaptiven Schemata basieren, sollen durch die gleichzeitige Aktivierung adaptiverer emotionaler Schemata transformiert werden. 

Prinzipien emotionaler Veränderung

Emotionale Verarbeitung besteht aus Sicht der Emotionsfokussierten Therapie aus vier grundlegenden empirisch basierten Prozessen. Sie stellen die Grundprinzipien emotionaler Veränderung dar: Wahrnehmung/Bewusstheit, Regulation, Reflexion und Transformation (Greenberg und Pascual Leone, 2006; Greenberg und Watson, 2006;  Berking, 2008). 

1 Wahrnehmung/Bewusstheit

Das grundlegendste Prinzip emotionaler Veränderung ist die Förderung der Wahrnehmung emotionalen Erlebens. Dadurch erhalten Patienten Zugang zu ihren zentralen Bedürfnissen und Handlungsimpulsen. 

2 Regulation

Ein weiteres grundlegendes Prinzip emotionaler Veränderung ist die Verbesserung der emotionalen Regulationsfähigkeit des Patienten. Dabei ist es wichtig, zwischen emotionaler Über- (Vermeidung, übermäßige Kontrolle) und Unterregulation (Überflutung, Kontrollverlust) zu unterscheiden. Oft sind es sekundäre Emotionen wie beispielsweise Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sowie primär maladaptive Angst und Scham, die es zu regulieren gilt. Zur gesunden Emotionsregulation zählen Fähigkeiten wie emotionales Erleben identifizieren und benennen, es zulassen, akzeptieren und tolerieren sowie sich selbst beruhigen zu können (z. B. durch Entspannung, Atmung, Achtsamkeit, hilfreiche Selbstverbalisationen, Aufbau von Eigenempathie etc.), aber auch die Internalisierung des Gehaltenwerdens (Containment) und der Empathie des Therapeuten. Langfristig soll die Vulnerabilität des Patienten für schmerzhafte Emotionen reduziert und seine Fähigkeit gestärkt werden, Zugang zu positiven Emotionen zu erlangen. 

3 Reflexion

Das dritte wichtige Prinzip emotionaler Veränderung ist Reflexion. Patienten dabei zu unterstützen, ihre Emotionen in Worte zu fassen, sich deren Sinn zu erschließen und Auslösesituationen zu erkennen sowie Aufschluss darüber zu erhalten, wie sie ihr Erleben organisieren und schließlich zu neuen emotionalen Bedeutungen gelangen. 

4 Transformation

Das letzte und vielleicht wichtigste Prinzip emotionaler Veränderung ist das der Transformation. Es beinhaltet, Emotionen mit Emotionen zu verändern (Greenberg, 2002). Die wichtigste Methode zur Förderung emotionaler Transformation ist, adaptive emotionale Reaktionen, die im Hintergrund aktiviert sind, durch evokative und imaginative Interventionen ins Bewusstsein zu holen und Patienten mit den adaptivem Bedürfnissen und Handlungstendenzen, die in diesen enthalten sind, in Berührung zu bringen. Diese bilden dann die Basis für resilientere, lebendigere Organisationen des Selbst als z.B. wehrhaft und/oder wertvoll. 

Alter: 6-7 Jahre oder 8-10 oder 11 bis 12 Jahre

Gruppengröße: 4-6 Teilnehmer

Termine: 12 wöchentliche Sitzungen á 100 min. für die Kinder

               3 Einzelsitzungen á 50 min. für die Eltern